Chronik - Schützencorps Hoya von 1856 e.V.

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Chronik

 
 
 
 
 

Leider lassen sich keinerlei eigenen Unterlagen mehr finden über die Gründung des Schützencorps. Der älteste Protokollbucheintrag beginnt mit der Generalversammlung vom 27. Januar 1887. Die wertvolle Königskette trägt das erste Schild mit der Jahreszahl 1856 und dem Namen Fritz Hennig, Lohgerbermeister. In einer noch erhaltenen Ausgabe des "Hoyaer Wochenblatt" von 1862 wird in einem Bericht über den Schützenverein das Gründungsjahr 1856 genannt, man kann also mit Sicherheit diese Jahreszahl als Gründungsjahr ansehen.

Die Gründung des Corps entstand aus der Ablehnung des Magistrats, ein seit 1621 unregelmäßig abgehaltenes Freischießen jährlich zu veranstalten. Ein Gesuch der Bürger vom 2. 7. 1853 an den Magistrat wurde von diesem dem königlichen Amt zu Hoya mit dem Vermerk vorgelegt: "...eine Zusammenkunft erfolgt ist, so ist vom Magistrat und BürgervorsteherCollegium beschlossen, in diesem Jahr kein Schützenfest zu halten und davon zu abstrahieren." Das Amt aber forderte den Magistrat auf "...die Bürgervorsteher anzuweisen, eine Abstimmung der Bürger eines jeden Fleckenviertels vornehmen zu lassen und das Resultat zu meiner Kenntnis zu bringen." Es geschah aber trotzdem nichts, so kam es 1856 zur Gründung eines Schützenvereins Hoya, das war nach dem damaligen Hannoverschen Vereinsgesetz vom 25. 8 . 1854 ohne Schwierigkeiten möglich.

Es dauerte aber nicht lang und es kam in dem jungen Verein zu erheblichen Streitereien, die schließlich zur Spaltung und zum Schützencorps führten, es bestanden nun zwei Vereine nebeneinander: Die Kittel- und die Joppenschützen. Die Mitglieder des alten Vereins hatten den Kittel als Uniform, das Schützencorps hatte die Joppe gewählt. Da die Joppenschützen bisher alle Könige gestellt hatten, ging die Königskette mit den Plaketten in ihr Eigentum, also in das Eigentum des Schützencorps, über. Reibereien gab es weiterhin, nicht nur zwischen den beiden Vereinen, sondern auch zwischen Vereinen und Magistrat, erst mit dem Verschwinden des Schützenvereins kehrte Ruhe ein.

1862 wurde die erste Fahne angeschafft, die auch heute noch vorhanden ist. Höhepunkte des Vereinsleben bildeten die jährlichen Schützenfeste mit dem Königsschießen, die mit  strengem Zeremoniell gefeiert wurde.

1881 wird das 25-jährige Jubiläum nirgendwo erwähnt, auch nicht im Bericht des "Hoyaer Wochenblattes" über das "stattgehabte" Schützenfest.

1887: Seit diesem Jahr sind die Protokollbücher lückenlos vorhanden und ergeben ein lebendiges Bild vom Vereinsleben.

1888 wurde auf der Generalversammlung erstmals der Druck der "Statuten", heute Satzung, beschlossen und es wurde auch beschlossen, anstelle des bis dahin noch vorhanden Vorderladers "Donnerbüchse" einen modernen Hinterlader zu beschaffen. Die Uniform bestand schon damals aus einer grauen Jacke und einem dunklen Hut, an dem eine Feder getragen wurde. In diesem Jahr wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Hoya gegründet, die das Corps bei seinen Ausmärschen unterstützt. In den 90er Jahren des Jahrhunderts schlief das Vereinsleben fast völlig ein, 1891 waren nur noch 16 Schützen und 12 Musiker erschienen. Erst gegen Ende der 90er entwickelte es sich wieder positiv durch die tatkräftige Arbeit der Schützenbrüder Julius Fritze, Hermann Ahlenstorf, Fritz Hennig, Siegfried Deichmann und Fritz Buschmann.

1898 tauchten erstmals Pläne für den Bau einer Schützenhalle auf, die aber mangels Finanzen nicht realisiert werden konnten.

1902 wurde der Jahresbeitrag von 2 auf 3 Mark erhöht.

1906 wurde das 50-Jährige Jubiläum mit einem großen Fest gefeiert, es nahmen etwa 500 Schützen an dem Umzug teil.

1908 entstanden Pläne für den Bau einer Schützenhalle, der Bau wurde in einer Versammlung am 20. Mai 1909 beschlossen, die Einweihung erfolgte dann am 8. Mai 1910, zeitgleich wurde auch der Schießstand umgestaltet.
Seit 1908 wurde auch regelmäßig ein Kinderschützenfest abgehalten.

1910 erfolgte am 23. August der Eintrag in das Vereinsregister.

1920 wurde nach dem Ende des 1. Weltkrieges wieder ein Schützenfest gefeiert, im gleichen Jahr folgte der Beitritt zum Weser-Aller-Wümme Schützenverband.

1931 brachte das 75. Jubiläum einen großen Festumzug unter Beteiligung von 35 Schützenvereinen.

1933 nach der Machtübernahme wurde das Schützencorps völlig verändert, es gab keinen Vorsitzenden mehr, sondern einen "Vereinsführer", verdiente Schützen, wie z.B. Siegfried Deichmann, mußten ihre Ämter abgeben. Der 2. Weltkrieg brachte das Vereinsleben völlig zum Erliegen und mit dem Zusammenbruch 1945 wurden auch die Schützenvereine verboten, das Vermögen und die Waffen wurden eingezogen.

1949 beschlossen auf Iniative von Schützenbruder Fritz Lühmann 37 alte Schützen und 58 "Anwärter" die Wiedergründung des Schützencorps und schon im August fand das erste Schützenfest statt. Die dazu erforderlichen (Luft)gewehre wurden von der damaligen Militärregierung leihweise zur Verfügung gestellt, es durfte ja niemand im Besitz einer Schußwaffe sein. Möglich war dies alles, weil der "British Resident" Oberst McMahon dem Schützencorps sehr aufgeschlossen gegenüber stand, im Jahr 1950 nahm er selbst auch am Schützenfest teil.

1951 wurde im Oktober der Bau einer neuen Schießhalle beschlossen. Hauptmann Fritz Lühmann trieb das Vorhaben energisch voran und mit Recht gilt er als "Vater des Niedersachsenhauses". Die Unterstützung durch die Stadt und der Idealismus der Schützen und Bürger, aber auch der unerschütterliche Optimismus von Fritz Lühmann ermöglichten schon am 3. Juli 1952 die Einweihung des "Niedersachsenhaus", zum Schirmherr wurde Schützenbruder Stadtdirektor Otto Isenbeck berufen.

1953 im April wurde auf Betreiben der Schützenbrüder Fritz Lühmann, Henry Ehlers, Harry Reimers und Fritz Ziegenhirt eine Jungschützenabteilung ins Leben gerufen, die mit wechselnden Mitgliederzahlen bis heute besteht. Der 1. Jungschützenkönig 1953 wurde unser jetziger Ehrenvorsitzender Jürgen Buschmann!

1956 100 Jahre besteht nun das Schützencorps. Das Jubiläum wird zusammen mit dem Weser-Aller-Wümme Schützenverband gefeiert, der seinen 50. Geburtstag begeht, mit einem großartigen Fest und einem imposanten Umzug begangen.

1974 übernimmt Landgerichtspräsident Heinz Bohlmann den Vorsitz im Corps, lange Jahre ist er auch Präsident des WAW-Verbandes. In diesen Jahren bestand auch eine Bogenschützenabteilung, die zeitweise große sportliche Erfolge aufweisen konnte.

1995 nach dem plötzlichen Tod von Heinz Bohlmann wurde nun Jürgen Buschmann neuer 1. Vorsitzender. Von 1995 bis 2005 wurde das fast 50 Jahre alte Niedersachsenhaus nach und nach renoviert, daneben wurden auch die Zuganlagen der Kleinkaliberstände erneuert. nahezu alle Arbeiten wurden in Eigenleistung von engagierten Mitgliedern ausgeführt. Es wurde auch eine Laser-Schießanlage beschafft, um auch Kindern ein gefahrloses Schießen zu ermöglichen.

2000 wurde eine neue Satzung erarbeitet, die nach Vorlage bei der Finanzverwaltung durch die Jahreshauptversammlung am 4. Februar angenommen wurde, damit konnte auch der Staus der Gemeinnützigkeit erreicht werden.

Am 11. Februar 1924 wurde die Gründung des Trommler- und Pfeiferkorps Hoya offiziell bekannt gegeben, am 25. Mai des Jahres folgte der erste öffentliche Auftritt beim Frühjahrspreisschießen des Schützencorps. Das junge Corps wurde in den folgenden Jahren bei heimischen Veranstaltungen und auch in der Umgebung immer gern gesehen. Der Krieg brachte auch dieses zum Erliegen, Tambourmajor Oskar Becker sammelte zu Kriegsanfang alle Instrumente ein und verwahrte sie. Am 6. Dezember 1949 wurden in der Versammlung die ehemaligen Spielleute Oskar Becker, August Buschmann und Fritz Trute beauftragt, das Trommler- und Pfeiferkorps wieder aufzubauen. Unter der fachmännischen Leitung von Schützenbruder Willy Nordhausen ging der Übungsbetrieb in der Thielbarschen Mühle vor sich. Es folgte eine stetige Aufwärtsentwicklung mit Auftritten an verschiedensten Orten, bis im Jahr 1963 das erste "Aus" kam. Fast die Hälfte der 25 Mann starken Gruppe beendete den aktiven Dienst. Im August 1968 wurde ein Neuanfang mit Kindern und Jugendlichen gewagt, auf einen entsprechenden Aufruf hin meldeten sich zahlreiche Jugendliche, schon bald konnte wieder geübt werden. Im Januar 1969 dann der erste Auftritt beim 40jährigen Jubiläum der Firma Gilster. Im Lauf der Jahre erhöhte sich die Mitgliederzahl auf fast 50 Spielleute, es folgten Auftritte in der Bremer Stadthalle, bei der Verdener Domweih und an vielen anderen Orten. Ein Höhepunkt war der Titel "Deutscher Meister der Spielmannszüge" am 23. Juni 1974 in Storndorf/Hessen. Einen großen Anteil an diesen Erfolgen ist dem damaligen Stabführer Friedel Büssenschütt zuzuschreiben, der es immer wieder verstand, seine Spielleute zu motivieren und zu begeistern. Es wird ihn sehr getroffen haben, als sich gegen Ende 1979 ein Niedergang abzeichnete durch den Austritt mehrerer Leistungsträger und dem Ausbleiben neuer Anmeldungen. Es gab zwar noch sporadische Auftritte, am 31.12.1982 war durch den Austritt aller Mitglieder das Ende gekommen.

8. Juni 1980 In einer Vorstandssitzung wird beschlossen, daß Mädchen im Jungschützenalter auf die Jungschützenkönigsscheibe schießen dürfen.

1981 stellte der Vorstand auf einer Sitzung fest, "daß das Corps auf die Mithilfe der Schützenfrauen besonders angewiesen ist". Die Damen wurden dann voll in das Corps integriert, es wird auch keine Damenkönigin ausgeschossen, sondern König wird die oder der Beste!

1990 wurde dann das Corps zum ersten Mal von der Königin Margarete Ludwig regiert, der dann 1995 Gabi Göllner folgte. In der Satzung vom Februar 2000 steht unter §6: Die Mitgliedschaft kann erworben werden von natürlichen Personen beiderlei Geschlechts, die im..." Die Emanzipation war auch offiziell vollzogen.       
  

 
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